Gastbeitrag von Lars Alt im “Lesezeichen”
JuLis Helmstedt | 1. Februar 2012
Junge Kommunalpolitik für den Landkreis Helmstedt
Sinkende Einwohnerzahlen und fallende Gewerbesteuereinnahmen bei gleichzeitig steigenden Schulden.
Die Zukunft des Landkreises ist ungewiss. Gleichzeitig werden Jugendliche und junge Erwachsene bei politischen Entscheidungen kaum beteiligt und sind in den kommunalen Parlamenten stark unterrepräsentiert.
Eine Kommune zeichnet sich jedoch vor allem dadurch aus, wie sie mit ihrer Zukunft umgeht.
Schaut man sich jedoch die derzeitige Schuldensituation vieler Städte und Gemeinden oder die vorerst gescheiterte Fusionsverhandlung zwischen der Stadt Helmstedt und der Samtgemeinde Grasleben mit dem Ziel der Schuldentilgung an, so entsteht der Eindruck einer handlungsunfähigen Kommunalpolitik, die auf unseren Kosten lebt.
Selbstverständlich haben sich die Handlungsspielräume in den vergangenen Jahren verkleinert, aber dennoch ist noch viel Raum für neue Ideen und Visionen.
So konnten wir als Liberale vor einem Jahr einen Livestream der Helmstedter Ratssitzungen durchsetzen – denn die Kommunalpolitik des 21. Jahrhunderts endet nicht an der Sitzungstür, sondern sie muss transparent und insbesondere für interessierte Jugendliche ständig abrufbar sein. Deshalb fordern wir auch weiterhin, dass diese Sitzungen nicht nur zeitgleich zur Sitzungszeit übertragen, sondern auch für spätere Diskussionen archiviert werden.
Aber es gibt noch viele weitere Baustellen in der jugendpolitischen Landschaft, die es nun mit Schülervertretungen, politischen Jugendorganisationen sowie weiteren Akteuren und Sponsoren anzugehen gilt. Hierzu zählt unter anderem die Einrichtung eines Jugendcafé, das als zentraler Anlaufpunkt für junge Menschen das gesellschaftliche Leben vor Ort bereichert und auch für die Jugendkultur oder musikalische Veranstaltungen genutzt werden könnte. Darüber hinaus braucht es eine jugendpolitische Plattform, die in einem ständigen Dialog mit unterschiedlichen kommunalen Akteuren neue Ideen entwickelt – denn Stillstand bedeutet Rückschritt, den sich unsere Region nicht leisten kann.
Um diese Prozesse weiter zu begleiten werden wir als Liberale unter anderem eine Jugendsprechstunde anbieten, die ich betreuen werde.
Mit dem Projekt „Helmstedt 2020“ wurde zudem eine spannende Initiative gestartet, die nun von dem Engagement junger Menschen lebt, die bereit sind, sich einzubringen und Helmstedt auf dem Weg in eine attraktive, jugendfreundliche Stadt zu begleiten – denn die wichtigste Erkenntnis ist, dass Politik nur eine von vielen Möglichkeiten ist, um sich einzubringen und um das Gemeinwesen weiterzuentwickeln.
Zum Autor:
Lars Alt (20) ist Student an der Humboldt-Universität zu Berlin und Stipendiat der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit. Im Rahmen der Kommunalwahl 2011 wurde er zum jüngsten Ratsherrn der Samtgemeinde Nord-Elm gewählt. Lars Alt ist zudem stellv. Vorsitzender der FDP im Landkreis Helmstedt und Mitglied im Landesvorstand der Jungen Liberalen Niedersachsen.









