Lars Alt argumentiert für das Forum Offene Religionspolitik (FOR)
JuLis Helmstedt | 25. April 2011Anlässlich der anstehenden Osterfeiertage sind die Tanzverbote wieder in die öffentliche Diskussion gerückt. Lars Alt, Kreisgeschäftsführer der FDP Helmstedt und Kreisvorsitzender der Jungen Liberalen (JuLis), veröffentlichte hierbei seine Auffassung in einem Pro und Contra Beitrag auf der Internetpräsenz des Forums Offene Religionspolitik (FOR).

Ein gläubiger Christ soll nach Alt den Karfreitag demütig und besinnlich begehen können. Dies soll Nichtchristen jedoch nicht in ihrer Tagesgestaltung beeinträchtigen.
Den ganzen Artikel findet ihr hier: http://offene-religionspolitik.de/tanzverbot-contra-und-pro/#more-2119
Tanzverbote als Ausdruck geschlossener Religionspolitik
von Lars Alt
Vielerorts gilt an den „Stillen Tagen“ von Gründonnerstag bis Karsamstag ein Tanzverbot. Dieses Verbot beschreibt eine aus religiösen, sittlichen oder traditionellen Gründen erlassene Untersagung des Tanzes während bestimmter Zeiten. Neben Tanzveranstaltungen sind auch weitere öffentliche Veranstaltungen sowie Veranstaltungen in Räumen mit Schankbetrieb davon betroffen. Ziel des Tanzverbotes ist, dass gläubige Christen die Tage vor dem Osterfest im Gedenken an die Kreuzigung Jesu in Ruhe und Demut verbringen können.
Das Anliegen der Christen, einen ihrer höchsten Feiertage angemessen begehen zu können, ist gerechtfertigt. Aber ebenso sollte auch ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland, die keiner Konfession angehört, die Möglichkeit für eine freie und offene Tagesgestaltung erhalten. Die Ausübung individueller Glaubens- und Weltansichten einer Religionsgemeinschaft darf nicht dazu führen, dass Andersdenkende in ihrer wirtschaftlichen, individuellen oder kollektiven Freiheit eingeschränkt werden.
Das Spannungsfeld, das sich zwischen den Bedürfnissen von Christen und Nichtchristen auftut, ist auch im Grundgesetz angelegt. Einerseits garantiert Art. 4 GG „Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses“. Andererseits genießen staatlich anerkannte christliche Feiertage einen besonderen, verfassungsrechtlichen Schutz als „Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung“ (s. Art. 140 GG).
Ein Staat, der die Bedürfnisse aller seiner Bürger achtet, muss in diesem Interessenkonflikt jedoch als weltanschaulich neutraler Schiedsrichter vermitteln. Eine offene Religionspolitik, die sich von ideologischen Zielvorstellungen abwendet, zeichnet sich durch das Prinzip gegenseitiger Toleranz sowie der religiösen Gleichstellung im öffentlichen Raum aus. Dies ist mit einem verfassungsrechtlich legitimierten allgemeinen Tanzverbot an religiösen Feiertagen unvereinbar.
In einem Staat, der „Heimstatt aller Bürger“ sein soll, muss also die Entscheidung über die Ausgestaltung der „Stillen Tage“ beim Individuum liegen.
Lars Alt ist Abiturient am Gymnasium Julianum in Helmstedt (Niedersachsen). Er ist Mitglied des Forums Offene Religionspolitik und Mitglied des Landesvorstandes der Jungen Liberalen Niedersachsen. Du erreichst Lars unter: alt@julis.de.
Osnabrück. Lars Alt, Kreisgeschäftsführer der FDP im Landkreis Helmstedt, wurde im Rahmen des 61. Landeskongresses der Jungen Liberalen Niedersachsen als jüngstes Mitglied in den geschäftsführenden Landesvorstand gewählt.






